Zu den Anfängen der Archäomusik: Flöten und Schwirrholz (Experimentelle Archäologie)

Am Samstag, den 22.02.2020 wurde unser Platz für Experimentelle Archäologie in Handschuhsheim durch eine Veranstaltung "Zu den Anfängen der Archäomusik: Flöten und Schwirrholz" von Prof. Dr. Eibner eingeweiht. Auch die Presse gab sich die Ehre. 

Wir trafen uns am Eingang der Tiefenburg in Handschuhsheim und begaben uns dann zu unserem Platz für Experimentelle Archäologie, um Flöten und Gefäßpfeifen Herzustellen. Zudem wurde dort die Kenntnis der Anlage eines Donnerbalkens vermittelt. 

Flöten aus Knochen oder Elfenbein sind seit dem Jungpaläolithikum nachgewiesen, so dass auch mit der Existenz von Flöten aus Holz in der Altsteinzeit gerechnet werden kann. Wir versuchten Flöten – auch Panflöten – aus Bambus zu fertigen. 

Vermittlung der Anlage eines "Donnerbalkens"

Herr Prof. Dr. Eibner vermittelte uns auch, wie man einen Donnerbalken anlegt. Eine notwendige Praxis bei Ausgrabungen in früherer Zeit, bevor die sogenannte mobile Toilette eingeführt wurde, die aber auch noch heute z. B. bei Orientgrabungen vorkommen kann.

Herstellung des Schwirrholzes

Bei der Herrstellung von Schwirrhölzern wurden die Ränder von Holzbrettchen soweit bearbeitet, dass sie eine Schneide bilden. Dann wurde ein Loch in den oberen Teil des Brettchens gebohrt. Durch dieses Loch wurde eine Bastschnur gezogen. Durch Herumschwingen des Brettchens mit Hilfe dieser Schnur wird ein brummendes Geräusch erzeugt. Schwirrgeräte sind seit der jüngeren Altsteinzeit (ca. 45.000 bis 8.000 v. Chr.) nachgewiesen. Allerdings handelt es sich um durchbohrte, längliche schmale Knochen- und Elfenbeinstücke. Vermutete Schwirrgeräte aus Holz haben sich nicht erhalten.

Herstellung von tönernen Gefäßflöten im Grubenbrand

Mit mitgebrachtem Töpferton wurden schon in der Steinzeit belegte Gefäßpfeifen geformt. Es handelt sich hierbei um kleine, einfache Tongefäße mit etwas weiterer Öffnung, mit denen durch Anlegen an den Mund Pfeifentöne und auch Melodien erzeugt werden können. In einer extra von uns angelegten Grube wurden sie anschließend gebrannt. Die von uns gefertigten Gefäßflöten, Flöten und Schwirrhölzer wurden dann getestet und erfolgreich ausprobiert. Beim Brennen der Gefäßflöten ging kein einziges Stück zu Bruch.

Die ganze Veranstaltung wurde durch Fachkommentare von Prof. Dr. Clemens Eibner begleitet. Uns allen hat die Veranstaltung gefallen und wir haben etliches gelernt. Auch das Wetter spielte mit. Mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken endete das Ganze. Wir danken allen, besonders aber Oliver Memmel für sein Engagement, die bei der Organisation und zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen haben.